Tauchen Sie ein in die Geschichte der Stadt: Als der Kurbetrieb in Wilhelmshöhe aufgenommen wurde, benötigte man hierfür Lebensmittel. Hierzu verwendete der Sanitätsrat und Betreiber der Kuranstalt, Dr. Moritz Wiederhold, ihm eigenes, bisher rein forst- und landwirtschaftlich genutztes Land am Brasselsberg, wo er den notwendigen Milchbetrieb im Bereich der heutigen Wiederholdstraße 20 ansiedelte. Nach dessen Tod im Jahr 1906 führten dessen Lieblingsarchitekten Julius Eubell und Carl Rieck seine Arbeit hier fort und erwarben die riesige Fläche und den Hof. Stück um Stück wurden Teile verkauft, der Gutshof aufgegeben und abgerissen und die Planung und Bebauung für eine Gartenstadt am Brasselsberg vorangetrieben. Wohlhabende Kasseler Bürger, die das Gebiet aufgrund beliebter Gaststätten und Ausflugslokale schätzten und gerne aufsuchten, kauften hier große Grundstücke und erbauten darauf, ausgehend von der Wiederholdstraße, erste Villen und Landhäuser. Carl Rieck übernahm bei der Erschließung des Gebietes dabei von Anfang an bis zu seinem Tod im Jahr 1919 große Verantwortung. Er war treibende Kraft, plante die Straßenzüge und setzte sich für die technische Erschließung und die mobile Erreichbarkeit ein. Rieck hatte natürlich beste Voraussetzungen, um sich ein besonderes Grundstück am Brasselsberg für sein Privathaus zu wählen, und er entschied sich für dasjenige, das wir Ihnen hier vorstellen dürfen.
Das bis heute für ein innerstädtisches Wohngrundstück mit seinen etwa 6.932qm Größe wirklich außergewöhnlich üppige und den waldartigen Charakter des ursprünglichen Brasselsberges in besonderer Weise widerspiegelnde Grundstück mitsamt des sich darauf befindlichen Hauses ist eben jenes des Carl Rieck. Es verweist damit direkt auf die Ursprünge des Stadtteils. Im Jahr 1909 ursprünglich als Doppel‑Landhaus konzipiert, wurde die Immobilie 1975 zum Einfamilienhaus umgebaut. Die baulichen Arbeiten wurden bis in die 1980er Jahre fortgeführt. Aus dieser Umbauphase stammen bis heute Fenster, Elektrik, Heizung, Sanitär sowie die Dach‑ und Fassadengestaltung.
Der fast gänzlich achsensymmetrische Grundriss der beiden Haushälften erinnert immer noch stark an die Ursprünge des Hauses. Während das gut 52qm große Wohnzimmer den zentralen und repräsentativ angelegten Mittelpunkt des Hauses bildet und auch die dahinter liegenden Küchen zusammengelegt wurden, befinden sich in beiden Haushälften immer noch eine Toilette und ein Treppenhaus mit Aufgang in das weiterhin geteilte Obergeschoss. Hier befinden sich insgesamt fünf Schlafräume, davon zwei mit einem schönen Balkon mit Blick in die zum Teil aufgrund ihres Alters unter Naturschutz stehenden, imposanten Baumkronen. Weiterhin gibt es auf dieser Ebene zwei Badezimmer und eine Kammer.
Auf dem parkartig angelegten Grundstück befinden sich im rückwärtigen Teil an der Uhlenhorststraße zwei eingeschossige mit Holz verkleidete Nebengebäude aus den Anfängen der Bebauung. Diese korrespondierten mit der ursprünglichen Gestaltung des Wohnhauses und lassen erkennen, welchen Charme das Ensemble wieder haben könnte. Zudem befindet sich hier eine Doppelgarage.
Einzigartige Gelegenheiten sind oft mit besonderen Herausforderungen verbunden. Die Immobilie samt der Nebengebäude lässt sich – bei Bedarf und in Abstimmung mit dem Amt für Denkmalschutz – behutsam weiterentwickeln. Es braucht Interessenten, die den historischen Wert des Anwesens, den materiellen Wert des Grundstücks und den ideellen Wert der sich bietenden Chance erkennen. Zugleich sollten sie diese Aspekte in einen realistischen Bezug zu den eigenen Ansprüchen und Möglichkeiten setzen. Eine positive Bauvoranfrage zur Teilung des Grundstücks und für zusätzliche Bebauung liegt vor.



